Landwirtschaft

Landwirtschaft sichert unsere Ernährung, prägt und pflegt die Kulturlandschaft und hat großen Einfluss auf den Erhalt der Artenvielfalt. Doch leider ist sie durch die Klimakrise und andauernde Trockenheit akut bedroht. Dramatische Ernteeinbußen sind zu beklagen. Deshalb muss die Landwirtschaft widerstandsfähiger werden. Notwendige Voraussetzungen sind Wasser und stabile Ökosysteme, zum Beispiel mit bestäubenden Insekten und reichhaltigem Bodenleben mit vielen Regenwürmern. Wir wollen deshalb mit Maßnahmen, wie die Anpflanzung von Hecken und Bäumen, auf den landwirtschaftlichen Flächen die Ökosysteme wieder in Balance bringen. Eine umwelt-, ressourcen- und klimaschonende sowie klimaangepasste und tiergerechte Landwirtschaft ist am ehesten in der Lage, mehreren Krisen gleichzeitig zu begegnen. Damit werden langfristig die Ernten und die wirtschaftliche Basis für die Betriebe gesichert.

Mehr Ökolandbau

Ein Baustein dafür ist der Ökolandbau. Er sorgt dafür, dass Bio-Lebensmittel auf den Markt kommen. Lebensmittel, die ohne Pflanzenschutzmittel, also ohne Pestizide und ohne Mineraldünger, produziert werden. Tiere werden artgerecht gehalten und gefüttert und haben Einstreu und Auslauf im Freien. Die Böden sind durch vielfältige Fruchtfolgen und vielfältige Kulturen fruchtbarer. Das sorgt auch für den Schutz der Artenvielfalt.

Dank unserer Regierungsbeteiligung zwischen 2016 und 2021 stieg durch eine gezielte Förderung der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche von 5,2 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche auf 9,4 Prozent zu Beginn des Jahres 2020. Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, 30 Prozent Ökolandbau bis 2030 zu erreichen. Dieses ambitionierte Ziel möchten wir auch für Sachsen-Anhalt verfolgen.

Darüber hinaus wollen wir eine Ökologisierung der gesamten Landwirtschaft. Zum Beispiel kann der Boden mit Eiweißpflanzen, Erbsen oder Bohnen aufgelockert werden.

Pestizide drastisch reduzieren und mehr Vielfalt etablieren

Wir setzen uns dafür ein, dass bis 2025 ein Ausstieg aus den Herbiziden und bis 2030 ein kompletter Pestizidausstieg gelingt. Denn der Pestizideinsatz ist einer der größten Verursacher des Biodiversitätsverlustes, der selbst in Naturschutzgebiete hineinreicht. Es sollen keine Pestizide mehr in die Gewässer gelangen.

Wir brauchen mehr Vielfalt. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass wieder mehr Hecken und Bäume in der Agrarlandschaft sind. Das befördert auch, dass Felder beziehungsweise Schläge nicht mehr so groß und geteilt werden. Es braucht auch mehr Streuobst, Humusaufbau und mehr Weidetierhaltung. Alle diese Maßnahmen sind gut für die Artenvielfalt. Außerdem wird damit das Wasser besser im Boden gehalten und er wird vor Erosion geschützt.

Mehr Tierwohl in der Landwirtschaft

Für mehr Tierwohl ist ein grundlegender Umbau in der Tierhaltung erforderlich. Wir wollen für die Tiere mehr Platz im Stall, Einstreu, Auslauf im Freien und kein Abschneiden von Körperteilen. Außerdem soll weniger Antibiotika in allen Tierhaltungen eingesetzt werden.

Tiere sollen auch bei Transporten nicht leiden. Wir wollen die Transporte von lebenden Tieren insgesamt verringern, die Fahrten sollten auf maximal vier Stunden  herabgesetzt werden. Auch die hofnahe Schlachtung reduziert den Stress bei den Tieren. Wir wollen, dass die neuen rechtlichen Möglichkeiten der EU für teilmobile Schlachteinheiten auch in Sachsen-Anhalt genutzt werden.

Landwirtinnen und Landwirte brauchen ausreichende Einkünfte

Landwirtinnen und Landwirte brauchen auskömmliche Einkünfte, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Dafür wollen wir die Direkt- und Regionalvermarktung in Hofläden, auf Märkten oder über die Solidarische Landwirtschaft stärken. Wer Lebensmittel kauft, die vor Ort produziert werden, sorgt dafür, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt. Das ermöglicht auch mehr Klimaschutz durch kurze Transportwege.

Landwirtschaft braucht Boden und ein Gesicht vor Ort. Wir wollen, dass die Verkäufe von landwirtschaftlichen Flächen besser geregelt werden. Der Ausverkauf des Bodens gehört gestoppt, dafür braucht es endlich ein Gesetz.

Profilbild Dorothea Frederking

Dorothea Frederking

Sprecherin für Landwirtschaft, Tierschutz, Verbraucherschutz, Medien und Europa
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Nancy Matula

Referentin für Umwelt- und Naturschutz, Landwirtschaft und Forsten