Sziborra-Seidlitz betonte, Frauenhass sei Alltag, im Netz, im Fernsehen, in vermeintlich harmlosen Männlichkeitscoachings und bis in Parlamente. Antifeministische Narrative rüttelten an der Gleichwertigkeit aller Menschen und würden über „Dating-Experten“, Influencer und extreme Online-Communities verbreitet, etwa durch Pick-Up-Artists, Incels und sogenannte Männlichkeitsinfluencer. Sie lehnen Gleichberechtigung ab und geben Frauen die Schuld. Antifeminismus sei damit eine Einstiegsdroge in rechtsextreme und autoritäre Ideologien und ein Sicherheitsrisiko für die Demokratie.
Scharf kritisierte sie den Missbrauch von Frauenrechten durch rechtspopulistische und rassistische Akteure: „Wer vorgibt, Frauen zu schützen, um gegen Migranten oder Muslime zu hetzen, missbraucht reale Gefahren. Das ist Hetze und brandgefährlich.“
Die Grünen fordern, das Phänomen in Bildung und Schule konsequent zu adressieren. Wer Frauen und Mädchen vor Gewalt schützen will, müsse bei der Sozialisation von Jungen und Männern ansetzen. „Fußfesseln und Frauenhausplätze behandeln Symptome, Bildung und Aufklärung bekämpfen die Ursachen.“ Frauenverachtende Inhalte seien im Schulalltag angekommen, vom Catcalling bis zu sexistischen Sprüchen.
Im Unterricht sollen Feminismus, die Geschichte der Frauenbewegung und die Leistungen von Frauen sichtbarer werden. Frauenhass und seine Verbreitung über Social-Media sollen Thema sein, einschließlich Algorithmen, extremen Inhalten und Gegenstrategien. Lehrkräfte sollen Fortbildungen, Materialien, Schulsozialarbeit und Zugang zu Beratung erhalten.
Zum Schluss appellierte Sziborra-Seidlitz: „Stimmen Sie diesem Antrag zu. Für mehr Schutz von Frauen und Mädchen. Für eine Schule, die die Demokratie stärkt. Damit Frauenhass zum Anti-Trend wird.“