28.01.2026

Zuschuss-Streichung allein ist kein Konzept

Wir fordern angesichts anhaltender Millionendefizite der Mitteldeutschen Flughafen AG (MFAG) einen grundlegenden Neustart in der Flughafenpolitik. Ziel müsse eine Strategie sein, die ohne weitere Steuergelder auskommt und sich auf ein wirtschaftlich tragfähiges sowie ökologisch verantwortbares Verkehrskonzept konzentriert.

„Das Zurückfahren von Zuschüssen ersetzen kein tragfähiges Geschäftsmodell. Dass künftig keine Landesmittel mehr nach Dresden fließen, kann nur ein erster Schritt sein“, erklärte Cornelia Lüddemann, Vorsitzende der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, in der heutigen Landtagsdebatte. „Die Landesregierung setzt auf Hoffnung statt auf belastbare Zahlen.

Seit Jahrzehnten schreibt die MFAG tiefrote Zahlen. Der jüngste Jahresverlust von 53,5 Millionen Euro markiert einen neuen Negativrekord. Dennoch hält das Unternehmen an einem vagen Zukunftskonzept fest, und das auf Kosten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler.

Während der Frachtverkehr am Standort Leipzig/Halle wirtschaftlich und international von Bedeutung ist, bleibt der Passagierflughafen Dresden ein Zuschussbetrieb ohne tragfähige Perspektive. Die Auslastung liegt konstant unter den Erwartungen. Ein Wiedererstarken der Geschäftsfliegerei ist angesichts moderner Bahnverbindungen unrealistisch. „Wer heute von Halle oder Dresden nach Frankfurt will, steigt in den ICE und nicht ins Flugzeug“, so Lüddemann.

Besonders kritisch bewerteten wir die Schwerpunktsetzung der Landesregierung. Während Fluggesellschaften und unrentable Flughäfen weiterhin subventioniert werden, wird ein solidarisches Deutschlandticket mit sozialer Staffelung abgelehnt.

„Für Ryanair ist Geld da, nicht aber für ein bezahlbares Ticket auf dem Weg zur Arbeit. Das ist nicht nur sozial ungerecht, sondern politisch verantwortungslos.“

Wir fordern eine konsequente strategische Neuausrichtung der MFAG. Im Mittelpunkt müsse der wirtschaftlich tragfähige Cargobereich in Leipzig/Halle stehen. Die Zukunft des Luftverkehrs in Mitteldeutschland darf nicht länger in fossilen Geschäftsmodellen verharren. Sie muss emissionsärmer, effizienter und transparenter gestaltet werden. Die Passagierflughäfen dürfen kein Fass ohne Boden bleiben.

Yves Rackwitz

Presse und Kommunikation