Die agrarpolitische Sprecherin Dorothea Frederking betont in ihrer heutigen Rede im Landtag: „Gesunde Ernährung muss die einfache Entscheidung sein. Eine Zuckersteuer hilft dabei. Die positiven Erfahrungen aus Großbritannien sprechen eine klare Sprache."
Sachsen-Anhalts Lebensmittelhersteller haben auf der Grünen Woche gezeigt, dass weniger Zucker kein Verzicht bedeutet. Doch im Alltag der Supermärkte fehlt die Wahlfreiheit. Kinder greifen zu Puddings, Limos und Quetschies mit bunten Etiketten und gefährlich hohem Zuckergehalt. Werbung in Schulnähe und auf Social-Media macht ungesunde Produkte zur Norm. Frederking stellt klar:
„Wer von Eigenverantwortung redet, muss auch für echte Wahlfreiheit sorgen. Solange in den Regalen gesunde Alternativen fehlen, ist Eigenverantwortung nicht möglich.“
Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina fordert in ihrem neuen Fokuspapier eine klare Strategie gegen Adipositas. Sie spricht sich ausdrücklich für die Einführung einer Zuckersteuer aus. Adipositas verkürzt Leben und verursacht jedes Jahr Milliardenkosten für unser Gesundheitssystem. Besonders betroffen sind Kinder. Frederking warnt: „Wenn wir weiter auf freiwillige Selbstverpflichtungen setzen, machen wir uns mitschuldig. Die Industrie profitiert. Die Kinder zahlen den Preis.“
Wir fordern deshalb, dass Sachsen-Anhalt die angekündigte Bundesratsinitiative aus Schleswig-Holstein unterstützt. Diese setzt sich für eine nationale Zuckerabgabe oder -steuer auf zuckerhaltige Getränke ein. Die Erfahrungen aus Großbritannien zeigen, dass Hersteller ihre Rezepturen anpassen, wenn politische Rahmenbedingungen klar sind. Keine Teuerung, aber der Zuckergehalt sinkt. Die Gesundheit profitiert.
Dorothea Frederking fasst die Position der Grünen zusammen:
„Eine Zuckersteuer ist kein Eingriff, sondern eine Einladung zur Verantwortung. Sie schützt die Gesundheit der Kinder und stärkt die Entscheidungskraft der Familien. Wer Kinder ernst nimmt, handelt jetzt. Wer wegsieht, stellt die Gewinne der Industrie über das Wohl der nächsten Generation.“