11.02.2026

Wer steht morgen bei DOMO an der Anlage?

Reiches Wohlfühl-Tour durch Sachsen-Anhalt.
Wenn Ministerpräsident Sven Schulze heute mit Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche in Halle-Ammendorf unterwegs ist und morgen gemeinsam mit der Mittelstandsbeauftragten der Bundesregierung den Chemiepark Leuna besucht, dann liegen zwischen diesen Terminen nur wenige Fahrminuten. Nur rund 17 Kilometer vom heutigen Termin der Bundesministerin entfernt kämpfen Beschäftigte und Unternehmensleitung von DOMO Chemicals um ihre Zukunft. Ohne Aufmerksamkeit der Bundesministerin. Das geht nicht.

Sebastian Striegel, Abgeordneter für den Saalekreis und energiepolitischer Sprecher der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, findet klare Worte: „Wer in Halle und Leuna Pressetermine absolviert, darf nicht so tun, als gäbe es die Realität direkt um die Ecke nicht. Die chemische Industrie in Sachsen-Anhalt steht unter enormem Druck. Es reicht nicht, Förderbescheide zu überreichen und schöne Bilder zu produzieren. Politik muss dorthin gehen, wo die Produktion einzufrieren droht.“

Striegel weiter: „Wenn sich die Bundesregierung schon im Herzen der Chemieregion aufhält, dann erwarte ich, dass sie auch das Gespräch mit denjenigen sucht, die gerade um ihre Zukunft bangen. Die Beschäftigten bei DOMO brauchen Verlässlichkeit, keine Symbolpolitik. Transformation entscheidet sich nicht in Besucherinformationszentren, sondern hier bei uns in den Chemieanlagen.“

Die angespannte Lage bei der insolventen DOMO zeigt, wie eng Energiepolitik, wirtschaftliche Stabilität, sichere Arbeitsplätze und kluge Industriepolitik zusammenhängen. Sachsen-Anhalt braucht jetzt eine Bundesregierung, die nicht nur Leuchtturmprojekte inszeniert, sondern die gesamte industrielle Wertschöpfungskette im Blick behält und konkrete Lösungen vor Ort unterstützt.

„Wir wollen, dass Sachsen-Anhalt Vorbild für einen sich selbst verstärkenden Verbesserungskreislauf wird, in dem ökologische Innovation, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftlicher Erfolg einander stärken. Dazu gehört auch, schwierige Gespräche zu führen und Verantwortung zu übernehmen. Wer sich wie Frau Reiche dieser Verantwortung entzieht, verspielt Vertrauen“, so Striegel abschließend.

Wir stehen für Veränderung, die Sicherheit gibt. Gerade in Zeiten des industriellen Umbruchs erwarten die Beschäftigten bei DOMO, aber auch die Menschen in der Region, zu Recht klare Signale und einen Plan, der trägt.

Im Wirtschaftsausschuss haben wir zudem von Wirtschaftsminister Willingmann erfahren, dass die Bundesregierung bislang nicht ausreichend in die Lösungsfindung bei DOMO eingebunden ist. Auch hier braucht es endlich ein klares Bekenntnis aus Berlin.

Yves Rackwitz

Presse und Kommunikation