„Hitze tötet. Sie trifft ältere Menschen, Pflegebedürftige, Kinder, Kranke, Wohnungslose und Menschen, die draußen arbeiten, zuerst. Wenn Wohnungen nachts nicht mehr abkühlen, Schulhöfe zu Betonplatten werden und Pflegekräfte ohne klaren Plan durch Hitzetage steuern müssen, dann reicht ein Verweis auf freiwillige Angebote nicht aus. Die Landesregierung beobachtet, während die Klimakrise längst an den Türen von Kitas, Krankenhäusern, Pflegeheimen und Wohnungen steht.“
Lüddemann kritisiert, dass die Landesregierung weder verbindliche Mindeststandards vorgibt noch eine Berichtspflicht geschaffen hat. Auch Vorgaben für besonders hitzebelastete Kommunen sind laut Antwort nicht geplant.
Hitzeschutz darf nicht freiwillige Zusatzaufgabe bleiben. Das Land muss Kommunen in die Lage versetzen, Menschen konkret zu schützen, bevor die nächste Hitzewelle kommt.
„Das ist skandalös. Hitzeschutz darf nicht von Zufall, Kassenlage oder Personalnot vor Ort abhängen. Sachsen-Anhalt muss vom Beobachten ins Handeln kommen. Wir brauchen verpflichtende Hitzeschutzpläne in allen Landkreisen und kreisfreien Städten. Diese Pläne müssen eng mit dem Land verzahnt werden, damit Warnketten funktionieren, kühle Räume bekannt sind, Trinkwasser erreichbar ist und besonders gefährdete Menschen rechtzeitig Unterstützung bekommen.“
„Guter Hitzeschutz ist grüne Daseinsvorsorge. Er schützt Leben, stärkt Kommunen und macht unser Land widerstandsfähig gegen die Folgen der Klimakrise. Nur mit zielgerichteter Planung lassen sich knappe Ressourcen dort einsetzen, wo sie am meisten bewirken. Sachsen-Anhalt braucht einen verbindlichen Rahmen, klare Zuständigkeiten und Geld für konkrete Maßnahmen. Die Zeit der freundlichen Hinweise ist vorbei.“