03.10.2026

Tag der deutschen Einheit 2026

Einheit braucht Erinnerung. Freiheit ist kein Geschenk.
Demokratie ist unser gemeinsamer Auftrag.

Zum Tag der Deutschen Einheit erinnert die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen daran, dass Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist. Sie wurde von mutigen Menschen erkämpft, die in der DDR ihre Stimme erhoben haben, obwohl sie Repression fürchten mussten. Aus diesem Mut ist auch Bündnis 90 gewachsen. Diese Bürgerrechtswurzel prägt unsere Fraktion bis heute.

Susan Sziborra-Seidlitz, Fraktionsvorsitzende der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, erklärt: „Der 3. Oktober ist für uns kein Pflichttermin im Kalender. Er erinnert uns daran, dass Freiheit Menschen brauchte, die aufgestanden sind. Wer heute Demokratie lebt, muss diesen Mut weitertragen. Unsere Aufgabe ist es, Freiheit zu schützen, Zusammenhalt zu stärken und klar zu bleiben, wenn Menschenwürde, Wahrheit und Rechtsstaat angegriffen werden.“
 

Gerade in diesen politischen Zeiten braucht Sachsen-Anhalt eine demokratische Stimme, die verbindet und Haltung zeigt. Einheit bedeutet nicht, dass alle gleich denken. Einheit bedeutet, dass wir Streit aushalten, einander zuhören und die gemeinsame Grundlage nicht preisgeben: Würde, Freiheit und Demokratie. Zusammenhalt entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen und sich nicht gegeneinander ausspielen lassen.

Sziborra-Seidlitz weiter: „Die friedliche Revolution zeigt uns, was möglich wird, wenn Menschen ihre Angst überwinden. Dieses Erbe gehört nicht ins Museum der Vergangenheit. Es gehört in unsere Gegenwart. Demokratie lebt davon, dass Bürgerinnen und Bürger mitreden, widersprechen und sich einmischen. Genau daraus wächst ein starkes Sachsen-Anhalt.“

Zu diesem demokratischen Erbe gehören auch Orte, die Geschichte spürbar machen. Das Grenzdenkmal Hötensleben erinnert in Sachsen-Anhalt eindrucksvoll an Teilung, Unfreiheit und staatliche Überwachung. Deshalb darf dieser Erinnerungsort nicht zur Randnotiz einer technischen Planung werden. Wer am Grünen Band plant, plant in einer Landschaft, die deutsche Geschichte trägt.

Die Fraktion erwartet, dass bei den Planungen einer Stromtrasse im Bereich Hötensleben der Schutz des Erinnerungsortes und des Grünen Bandes erkennbar Gewicht bekommt. Alternative Verläufe müssen ernsthaft geprüft, transparent bewertet und öffentlich nachvollziehbar gemacht werden.

Wir brauchen die Energiewende. Und wir brauchen Respekt vor unserer Geschichte. Beides gehört zusammen. Eine reife Demokratie zeigt sich daran, wie sie mit ihren Erinnerungsorten umgeht. Hötensleben mahnt uns, wie kostbar Freiheit ist. Wer Zukunft baut, muss Erinnerung achten.“

Yves Rackwitz

Pressesprecher
Presse und Kommunikation