Sebastian Striegel, innenpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, erklärt: „Silvesterfeuerwerk trifft zu oft die Falschen. Wenn 21 von 24 Verletzten durch andere zu Schaden kommen, ist das kein privater Spaß mehr, sondern ein Problem der öffentlichen Sicherheit. Kommunen brauchen die Rückendeckung des Landes, um Menschen, Tiere und Wohngebiete wirksam zu schützen.“
Striegel kritisiert, dass die Landesregierung rechtliche Risiken zwar benennt, aber keine klare Orientierung gibt. „Wer mögliche Amtshaftung erkennt, muss Kommunen auch aktiv auf notwendige Verbotszonen und Vorkehrungen hinweisen. Wegducken ersetzt keine Politik.“
Wie dringend vorbeugender Brandschutz ist, zeigt unter anderem ein Gebäudebrand in Osterwieck in der Silvesternacht, bei dem fehlendes Löschwasser die Brandbekämpfung erschwerte. „Wo es keine Versorgung gibt, sind Löschwasserkissen eine günstige und sachgerechte Lösung. Solche Maßnahmen gehören in jede Risikoanalyse. Und beim Ausbau von Wasserleitungen darf der Brandschutz nicht zum Sparposten werden“, so Striegel.
Die Zahlen zeigen ein deutliches Schadensbild: Für den Zeitraum vom 15. Dezember 2025 bis zum 15. Januar 2026 nennt die Landesregierung 24 gesundheitlich geschädigte Personen, in drei Fällen im Zusammenhang mit illegalem Gebrauch. Von den gesundheitlich geschädigten Personen verletzten sich drei selbst, 21 wurden durch Dritte geschädigt. 19 Fälle entfielen auf den Kernzeitraum vom 31. Dezember bis 1. Januar. Darunter war ein 17-Jähriger, der infolge unsachgemäßen Gebrauchs tödlich verletzt wurde. Zudem wurden 16 Ordnungswidrigkeiten, 142 Ermittlungsverfahren, 95 Sachbeschädigungen und neun Brandstiftungen erfasst, darunter fünf an Gebäuden und zwei an Fahrzeugen.