Der weiterhin dominante Einsatz proprietärer Software, insbesondere von Microsoft, bindet das Land an steigende Lizenzkosten, geringe Transparenz und fehlende Gestaltungsfreiheit. Gleichzeitig zeigen andere Länder, dass es anders und besser geht. Schleswig-Holstein setzt mit einer Open-Innovation- und Open-Source-Strategie auf offene Standards und hat bereits einen Großteil der Arbeitsplätze auf LibreOffice umgestellt. Auch in Verwaltung und Justiz wird der Umstieg dort praktisch erprobt.
„Open Source ist keine Bastellösung, sondern eine strategische Notwendigkeit“, so Striegel. „Wir brauchen eine realistische Prüfung der Alternativen, Pilotprojekte in zentralen Behörden, Schulungen für Beschäftigte und eine landesweite Open-Source-Strategie. Proprietäre Lösungen dürfen nicht länger der gesetzte Standard sein, sondern nur dort genutzt werden, wo es keine gleichwertigen offenen Alternativen gibt.“
Zur Anhörung im Digitalausschuss des Landtages haben wir deshalb Schleswig-Holstein als Praxisbeispiel benannt. „Gerade die Justiz ist in Sachsen-Anhalt ein Sorgenkind der Digitalisierung. Wenn ein Flächenland den Wechsel in einem so sensiblen Bereich angeht, dann müssen wir den Mut haben, das hier ebenfalls anzupacken“, sagt Striegel.
„Digitale Souveränität fällt nicht vom Himmel, und sie wird auch nicht vom Markt geregelt“, betont Striegel. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die Weichen neu zu stellen, damit öffentliche IT wieder dem öffentlichen Interesse dient.“
