04.03.2026

Klimaanpassung darf nicht zur Alibi Politik verkommen

SICHERHEIT IM WANDEL BRAUCHT TATEN.
Dürre in der Altmark, Hitzetage in unseren Städten, Starkregen, der Keller flutet und Straßen unterspült: Die Klimakrise steht in Sachsen-Anhalt nicht vor der Tür, sie ist längst mitten im Leben. Genau deshalb ist das Ausführungsgesetz zum Bundesklimaanpassungsgesetz ein Lackmustest. Doch was die Landesregierung vorlegt, ist Verwaltung statt Vorsorge und Minimalumsetzung statt Schutz.

Unser Sprecher für Umwelt, Natur und Klimaschutz Wolfgang Aldag macht deutlich: „Klimaanpassung ist keine freiwillige Zusatzaufgabe. Sie ist Gesundheitsvorsorge, Schutz unserer Infrastruktur und damit eine Frage der öffentlichen Sicherheit.“ Wer Klimaanpassung ernst meint, muss Kommunen befähigen, nicht nur Papier zu produzieren.

Dass Landkreise und kreisfreie Städte Konzepte erarbeiten sollen, ist richtig. Falsch ist, sie dafür mit Symbolbudget und Symbolstellen abzuspeisen. Eine Viertelstelle reicht nicht einmal, um Maßnahmen zu koordinieren, Fördermittel zu bündeln und Beteiligung zu organisieren. So entsteht das nächste Konzept für die Schublade, während draußen die Schäden wachsen und die Kosten explodieren.

Aldag fordert deshalb eine verlässliche Finanzierung für vollzeitbeschäftigte Klimaanpassungsmanager*innen und eine verbindliche Landesstrategie, die Klimaanpassung konsequent mit Klimaschutz, Wasser in der Landschaft, hitzeresilienten Städten und robuster Infrastruktur verbindet. „Wir dürfen nicht warten, bis der nächste Sommer Krankenhäuser überlastet und der nächste Starkregen ganze Straßenzüge lahmlegt. Vorsorge ist billiger als Reparatur und sie ist menschlicher als Katastrophenverwaltung“, so Aldag.

Wir werden das Gesetz im parlamentarischen Verfahren deutlich nachschärfen. Sachsen-Anhalt braucht keine Pflichtübung, sondern ein Programm, das Kommunen handlungsfähig macht und Menschen schützt. Klimaanpassung heißt: Katastrophen vorbeugen, bevor sie zuschlagen. Wer jetzt zu klein denkt, riskiert später große Schäden.

Yves Rackwitz

Presse und Kommunikation