17.06.2026

Jeder fünfte Zug ist unpünktlich

Wir fordern Infrastrukturoffensive für die Schiene
In einer aktuellen Auswertung von Railwise wird deutlich: Die Regionalzüge in Sachsen-Anhalt waren besonders unzuverlässig. 

Allein in dem kurzen Zeitraum vom 22. April bis zum 21. Mai 2026 waren 19,9 Prozent der Regionalzüge mehr als sechs Minuten verspätet (Daten: Tagesspiegel Background; Quelle: Railwise, DB Timetables). Damit ist Sachsen-Anhalt das ostdeutsche Bundesland mit den meisten Verspätungen im Regionalverkehr.

Dazu erklärt Cornelia Lüddemann, Fraktionsvorsitzende und verkehrspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion:

„Wer Menschen für den Umstieg vom Auto auf die Bahn gewinnen will, muss ein verlässliches Angebot machen. Gerade in Zeiten hoher Spritpreise und eines Tankrabatts, der bei vielen Menschen nicht ankommt, brauchen wir einen starken und zuverlässigen Schienenverkehr. Einzelne Verspätungen oder Ausfälle sind hinnehmbar, dürfen aber nicht zum Alltag werden. Gerade in Sachsen-Anhalt, wo der Zug meistens nicht alle 10 Minuten kommt, bedeutet ein Zugausfall häufig eine Wartezeit von ein bis zwei Stunden. Das ist für Pendlerinnen und Pendler nicht akzeptabel.“

Sachsen-Anhalt ist das Land der Pendler*innen. Jede Verspätung bedeutet verpasste Anschlüsse, längere Wege und zusätzlichen Stress auf dem Weg zur Arbeit, zur Familie oder zu wichtigen Terminen.  Dass es besser geht, zeigt schon ein Blick zu unseren Nachbarn: In Sachsen liegt die Pünktlichkeitsquote beispielsweise bei 92,2 Prozent.

„Wenn wir mehr Menschen in Zügen wollen, brauchen wir ein funktionierendes System. Die Ursachen für Verspätungen liegen oft bei einer überlasteten und sanierungsbedürftigen Infrastruktur. Deshalb fordern wir eine Infrastrukturoffensive im Schienenverkehr. Das bedeutet: Elektrifizierung, Zweigleisigkeit und Erhöhung der zulässigen Streckengeschwindigkeit. Der Bund, das Land und die Deutsche Bahn müssen mehr in unsere Schienenwege investieren, Engpässe beseitigen und Baustellen besser koordinieren. Der Schienenpersonennahverkehr darf bei der Steuerung des Netzes nicht länger benachteiligt werden“, so Lüddemann abschließend.