07.08.2026

SENIORINNEN UND SENIOREN BLEIBEN ZIEL VON ENKELTRICK UND SCHOCKANRUFEN

Das Land braucht eine Strategie

Seniorinnen und Senioren in Sachsen-Anhalt werden immer häufiger Opfer von Betrugsdelikten wie Enkeltrick oder Schockanrufen. Die Schäden liegen inzwischen im zweistelligen Millionenbereich.
Sebastian Striegel, innenpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Sachsen-Anhalt, sagt dazu: „Wir sehen seit Jahren, dass diese Betrugsdelikte in der Tendenz zunehmen. Den Taterfolg können wir nur mit mehr Aufklärung und Prävention verhindern. Hier hat die Landesregierung das Thema wiederholt auf die Agenda gesetzt. Das ist richtig. Auch Familien und Freundeskreise können viel tun, indem sie mit ihren Großeltern, Eltern oder älteren Nachbarinnen und Nachbarn darüber sprechen und klare Absprachen treffen, was in einem solchen Fall zu tun ist.

Diese Betrugsformen zeichnen sich durch hohe technische Raffinesse und häufigen Auslandsbezug aus. Das verlangt von Polizei und Staatsanwaltschaften besonderes technisches und rechtliches Fachwissen sowie schnelles Handeln. Das ist eigentlich ein klassisches Einsatzfeld für spezialisierte Ermittlungsgruppen. Dennoch gibt es keine landesweite Strategie. Laut Landesregierung ist eine dreistellige Zahl an Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamten für die Aufklärung zuständig. Das ist das Gegenteil von Spezialisierung. Die niedrigen Aufklärungsquoten zeigen, dass dieser Ansatz nicht ausreicht.“

Sebastian Striegel hat im Laufe der Legislaturperiode drei Kleine Anfragen zum Phänomenbereich „Betrugsdelikte zum Nachteil älterer Menschen“ gestellt.

Gab es im Jahr 2022 noch insgesamt 5.922 Betrugsdelikte, waren es 2025 bereits 7.464. Im ersten Halbjahr 2026 wurden bereits 5.050 Fälle registriert. Der Schaden belief sich im zweiten Halbjahr 2025 auf insgesamt mehr als 15,7 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2026 stieg er um 22 Prozent auf mehr als 19,2 Millionen Euro. Allein der Phänomenbereich Enkeltrickbetrug verursachte im ersten Halbjahr 2026 einen Schaden von knapp 1,7 Millionen Euro.

 

Anhang: KA 8/3860

KA 8/3860