Diese Betrugsformen zeichnen sich durch hohe technische Raffinesse und häufigen Auslandsbezug aus. Das verlangt von Polizei und Staatsanwaltschaften besonderes technisches und rechtliches Fachwissen sowie schnelles Handeln. Das ist eigentlich ein klassisches Einsatzfeld für spezialisierte Ermittlungsgruppen. Dennoch gibt es keine landesweite Strategie. Laut Landesregierung ist eine dreistellige Zahl an Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamten für die Aufklärung zuständig. Das ist das Gegenteil von Spezialisierung. Die niedrigen Aufklärungsquoten zeigen, dass dieser Ansatz nicht ausreicht.“
Sebastian Striegel hat im Laufe der Legislaturperiode drei Kleine Anfragen zum Phänomenbereich „Betrugsdelikte zum Nachteil älterer Menschen“ gestellt.
Gab es im Jahr 2022 noch insgesamt 5.922 Betrugsdelikte, waren es 2025 bereits 7.464. Im ersten Halbjahr 2026 wurden bereits 5.050 Fälle registriert. Der Schaden belief sich im zweiten Halbjahr 2025 auf insgesamt mehr als 15,7 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2026 stieg er um 22 Prozent auf mehr als 19,2 Millionen Euro. Allein der Phänomenbereich Enkeltrickbetrug verursachte im ersten Halbjahr 2026 einen Schaden von knapp 1,7 Millionen Euro.
Anhang: KA 8/3860
