„Wer mehr Gründerinnen will, darf sie nicht in der wichtigsten Lebensphase ins Risiko treiben“, betonte Meister. Während Angestellte auf Schutzfristen und Lohnersatz bauen können, tragen Selbstständige das volle wirtschaftliche Risiko. Viele arbeiten weiter, obwohl sie es gesundheitlich nicht sollten. Wer pausiert, verliert Aufträge und fürchtet um die Existenz. Das ist kein Randproblem, das ist eine strukturelle Lücke.
Petitionen, Netzwerke und Verbände fordern seit Jahren: Mutterschutz darf kein Privileg der Festanstellung sein. Trotzdem bleibt die gesetzliche Lösung auf Bundesebene aus, obwohl sie angekündigt ist. Wer Gleichberechtigung predigt und Frauen dann ohne Sicherheit stehen lässt, entwertet jedes Versprechen.
Sachsen zeigt, dass Länder handeln können. Sachsen-Anhalt darf nicht abwarten. Unser Antrag verlangt, dass die Landesregierung mit Kammern, Verbänden und Beratungsstellen ein Modell entwickelt, finanzielle Überbrückung im Mutterschutz vorbereitet und gleichzeitig im Bundesrat den Druck für eine verbindliche bundesweite Regelung erhöht.
Gerade in einem Land, in dem bei den 20- bis 29-Jährigen rechnerisch 115 Männer auf 100 Frauen kommen, ist das auch Demografiepolitik. Jede Gründerin, die wegen fehlender Absicherung verzichtet, ist ein Verlust für Innovation und Wertschöpfung.
Kurz vor dem Internationalen Frauentag gilt: Mehr als Blumen. Jetzt Taten. Mutterschutz für Selbstständige muss Realität werden.
