Es geht dabei nicht nur um unterschiedliche politische Vorstellungen von Bildung. Es geht um die Frage, ob Sachsen-Anhalt gemeinsame Standards verlässt, auf denen die Vergleichbarkeit unseres Bildungssystems beruht.
Besonders ernst ist deshalb Priens Hinweis auf mögliche Folgen für zweckgebundene Bundesmittel und die bundesweite Anerkennung von Schulabschlüssen. Die AfD darf mit ihren Plänen nicht die Zukunft junger Menschen aufs Spiel setzen. Kein Schüler und keine Schülerin darf später erklären müssen, warum ein Abschluss aus Sachsen-Anhalt möglicherweise anders bewertet wird als ein Abschluss aus einem anderen Bundesland.
Unsere Schulen haben ganz andere Probleme zu lösen. Wir müssen Unterrichtsausfall verringern, mehr Lehrkräfte gewinnen, die Zahl junger Menschen ohne Schulabschluss senken und dafür sorgen, dass Bildungschancen nicht vom Elternhaus abhängen.
Ich weiß aus meiner eigenen Bildungsbiografie, dass ein Bildungsweg nicht immer vorgezeichnet ist. Genau deshalb muss Schule Türen öffnen. Sie muss jedem Kind die Chance geben, seinen eigenen Weg zu gehen, unabhängig von Herkunft, Einkommen der Eltern, Behinderung oder Aufenthaltsgeschichte.
Sachsen-Anhalt braucht keine bildungspolitischen Experimente, die gemeinsame Standards und Zukunftschancen infrage stellen. Unsere Kinder brauchen verlässliche Schulen, gute Bildung und Abschlüsse, auf die sie sich in ganz Deutschland verlassen können.“
