Dazu erklärt Wolfgang Aldag, umweltpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen-Anhalt: „Die Absage ist folgerichtig. Der Brocken ist kein beliebiger Veranstaltungsort, sondern ein hochsensibler Naturraum mit besonderem Schutzstatus. Wer Artenvielfalt, Schutzgebiete und geltendes Naturschutzrecht ernst nimmt, konnte zu keinem anderen Ergebnis kommen. Der Nationalpark ist kein Ort für symbolische Inszenierungen, sondern ein Raum, in dem der Schutz von Natur und Landschaft oberste Priorität haben muss.“
Aldag betont weiter die besondere politische und historische Bedeutung des Ortes: „Der Brocken ist weit mehr als ein touristisches Ziel. Er ist ein Symbol für Freiheit und für die friedliche Rückeroberung eines einst militärisch geprägten Ortes durch die Zivilgesellschaft. Ausgerechnet diesen Berg heute für Nachwuchswerbung der Bundeswehr zu nutzen, war politisch unsensibel und geschichtsvergessen. Es geht ausdrücklich nicht um eine Ablehnung der Bundeswehr als Parlamentsarmee. Aber nicht jeder Ort ist für alles geeignet. Gerade im Nationalpark muss diese Grenze glasklar sein.“
Für uns ist die Absage ein wichtiges Signal, unabhängig davon, welcher konkrete Grund am Ende den Ausschlag gegeben hat. Ob naturschutzrechtliche Bedenken, öffentlicher Protest oder politische Fehleinschätzungen entscheidend waren, ändert nichts am Ergebnis: Für die Menschen in der Region und für die Natur im Nationalpark ist diese Entscheidung die Richtige.
Naturschutz darf nicht zur Verhandlungsmasse werden, wenn symbolträchtige Projekte Aufmerksamkeit versprechen. Der Brocken braucht Schutz und Verantwortung statt Eventlogik und fragwürdiger Symbolpolitik. Wer für die Bundeswehr werben will, kann das an geeigneten Orten tun. Im Kerngebiet eines Nationalparks hat ein solches Camp keinen Platz.
