Impuls-Festival: Todesstoß aus dem Kulturministerium ist inakzeptabel

17.04.2021
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Das Impuls-Festival für Neue Musik erhält in diesem Jahr keine Landesförderung. Diese Entscheidung kritisiert die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen scharf. „Das Impuls-Festival ist international anerkannt und erfolgreich. Wie ich jetzt erfahren musste, wurde die diesjährige Landesförderung abgelehnt. Wieder einmal trifft das Ministerium für Kultur eine Entscheidung nach Gutsherrenart. Das schadet dem Land Sachsen-Anhalt, Vertrauen bei den Kulturschaffenden wird verspielt. Der Imageschaden für das Land, national und international, ist enorm“, sagt Wolfgang Aldag, kulturpolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion.

„Jahrelang hat das Kulturministerium die Mitglieder des Kulturausschusses und die Organisatoren des Festivals im Glauben gelassen, dass man bei der Neuausrichtung der Neuen Musik auch das Impuls-Festival selbstverständlich miteinbezieht. Am vergangenen Freitag hat Staatssekretär Dr. Gunnar Schellenberger dem Ausschuss vermittelt, dass das Impuls-Festival immer einen Förderantrag stellen könne. Dieser Antrag wurde bereits am 15. September 2020 gestellt. Es ist zu vermuten, dass am vergangenen Freitag bereits klar war, dass dieser Antrag abgelehnt wird. Das hat der Staatssekretär dem Ausschuss verschwiegen. Unklar bleiben auch die Umstände der bereits erfolgten Förderung an das Projekt Klang-Art, welches von der Academy of Media and Arts organisiert wird. Dieser Akteur ist ohne jegliche Erfahrung in Neuer Musik. In einer Vorfestlegung wurde bereits 300 000 Euro an Fördermittel bewilligt, obwohl die Mehrheit im Kulturausschuss das dürftige Konzept stets kritisiert hat“, erklärt Aldag.

„Ich werde auf die Koalitionspartner zugehen, um einen Sonder-Kulturausschuss zu beantragen. Dort muss sich der Kulturminister Rainer Robra erklären. Denn mit der Entscheidung wird der Beschluss des Landtages klar missachtet. Der Landtag hat die Landesregierung aufgefordert, das Impuls-Festival weiterzuentwickeln. Stattdessen wird ihm einfach der Todesstoß verpasst. Modern denken geht anders.“

Ansprechpartnerin

Mathilde Lemesle
Mathilde Lemesle
Mathilde Lemesle
Referentin für Pressearbeit und politische Kommunikation
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