Terroranschlag von Halle: Psychosoziale Notfallversorgung bei der Polizei aufbauen

21.04.2021
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Die polizeiliche Arbeit muss auch die Perspektive der Betroffenen einbeziehen. Dafür soll die psychosoziale Notfallversorgung bei der Polizei aufgebaut werden. Das sagte Sebastian Striegel, Obmann der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen über den Abschlussbericht des 19. Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zu dem Terroranschlag von Halle (Saale) am 9. Oktober 2019. „Es ist deutlich geworden, dass die polizeiliche, täterzentrierte und richtigerweise auf Gefahrenabwehr und Strafverfolgung fokussierte Sicht der Ergänzung um die Perspektive der Betroffenen bedarf. Die Betreuung von Betroffenen schwerster Straftaten muss verbessert werden, dafür ist eine eigene Psychosoziale Notfallversorgung bei der Polizei aufzubauen. Auch die interkulturelle Kompetenz der Polizei sollte gestärkt werden“, sagte Striegel.

„Die im Einsatzabschnitt Betreuung eingesetzten Kräfte benötigen fachliche Grundkenntnisse der Opferbetreuung und Spezialkenntnisse der Herausforderungen bei einem Terroranschlag. Bedürfnisse von Betroffenen müssen als Querschnittsaufgabe in wesentlichen Abschnitten der Einsatzleitung vom Einsatzbeginn an berücksichtigt werden und Einflüsse auf Entscheidungen haben. Betreuung von Betroffenen ist Führungsaufgabe“, macht Striegel deutlich.

„Sachsen-Anhalts Polizei leistet gute Arbeit. Das hat am 9. Oktober 2019 zu einer schnellen Festnahme des Täters geführt. Aber die Gefährdung jüdischer Einrichtungen in Sachsen-Anhalt wurde strukturell unzureichend eingeschätzt. Dem subjektiven Hinweisen zur Gefährdung über die Polizeiliche Kriminalstatistik hinaus wurde zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Die Polizei ist ihrer Holschuld zur Einholung von Erkenntnissen bei Betroffenen nicht ausreichend gerecht geworden. Das muss geändert werden.“

Ansprechpartnerin

Mathilde Lemesle
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Referentin für Pressearbeit und politische Kommunikation
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