Pandemiefestigkeit ist mehr als Impfen

16.03.2021
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Seit Wochen fordert die Landtagsfraktion Bündnis 90/die Grünen, Pandemiefestigkeit als Leitmotiv im weiteren Verlauf der Coronazeit festzulegen. Dafür braucht es klare Regeln. „Es ist erfreulich, dass nun auch Ministerpräsident Reiner Haseloff das Ziel, unser Land pandemiefest zu machen, für sich adaptiert hat. Es ist tatsächlich auch die einzige Möglichkeit, um auf Dauer krisenfest zu werden“, sagt Cornelia Lüddemann, Vorsitzende der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen.

„Es reicht nicht, Sachsen-Anhalt perspektivisch pandemiefest zu machen, sondern es muss jetzt damit begonnen werden“, fordert Lüddemann und fügt hinzu: „Schulen und Kitas zu öffnen, ohne die Voraussetzungen für einen pandemiefesten Betrieb geschaffen zu haben und damit die Gesundheit aller zu gefährden, war ein Fehler. Hier braucht es jetzt kurzfristige Korrekturen. Pandemiefester Unterricht ohne vorherige Testungen für alle ist nur im Distanzmodus sicher zu gewährleisten. Das heißt, nicht nur alle Beschäftigten müssen zweimal pro Woche getestet werden, sondern auch alle Schülerinnen und Schüler. Wir begrüßen, dass seit heute zumindest die Präsenzpflicht für die weiterführenden Schulen aufgehoben wurde.“

Auch in anderen Bereichen muss die Pandemiefestigkeit gewährleistet werden. „Schnelltests sind in Verbindung mit einfach zu handhabenden appgestützten Kontaktnachverfolgungssystemen ein wesentlicher Baustein, um die Aufhebung von Einschränkungen angehen zu können. Hier muss deutlich mehr Vertrauen in Institutionen, Gastwirtinnen und Gastwirte, Kulturszene sowie Veranstalterinnen und Veranstalter spürbar werden. Auch Selbsttests müssen eingesetzt werden, die dann direkt vor Ort einen Einrichtungsbesuch ermöglichen.“

Des Weiteren kritisiert Lüddemann: „Die Datenlage zur Verbreitung von Virusmutationen ist nach wie vor unzureichend. Um Hotspots frühzeitig zu erkennen, müssen alle Proben flächendeckend sequenziert werden.“

„Auch bei den niedrigschwelligen und inzwischen allgemein akzeptierten Maßnahmen ist noch deutlich Luft nach oben. FFP2-Masken müssen beispielsweise durch eine strukturierte Verteilung über soziale Einrichtungen, Frauenhäuser, Kitas und Bürgerämter flächendeckend ausgegeben werden.“

Ansprechpartnerin

Mathilde Lemesle
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Mathilde Lemesle
Referentin für Pressearbeit und politische Kommunikation
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