Wald kann nur mit konsequentem Klimaschutz gerettet werden

04.02.2021

Der Wald kann nur mit konsequentem Klimaschutz gerettet werden. Das sagte Dorothea Frederking, agrarpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, anlässlich der Regierungserklärung von Umweltministerin Dr. Prof. Claudia Dalbert zu der Zukunft der Wälder. „Es sieht dramatisch in den Wäldern aus. Aufgrund von Dürren, Stürmen und Schädlingen sind schon jetzt 25 000 Hektar Wald in Sachsen-Anhalt gestorben. Der Wald ist das erste große Opfer der Klimakatastrophe in unserer Region. Wenn sich der Klimawandel weiter verschärft, hat der Wald gar keine Überlebenschance mehr. Es braucht daher konsequenten Klimaschutz, das heißt, Klimaneutralität bis spätestens 2035, um an die Ursache für das Waldsterben heranzugehen. Weiterhin ist ein naturnaher Waldumbau zu klimastabilen Mischwäldern mit Bäumen verschiedener Arten und Altersklassen erforderlich“, sagte Frederking.

„Als Antwort auf das gravierende Problem des Waldsterbens hat die Politik reagiert. Wir haben öffentliche Gelder für den Wald freigemacht und wollen die Waldbesitzenden mit ihren Problemen nicht allein lassen. Für den Waldumbau und Waldschutz gibt es inzwischen jährlich 17 Millionen Euro, das ist sieben Mal mehr als noch vor zwei Jahren. Insgesamt werden die Privatwälder und die Kommunenwälder aktuell mit jährlich 21,5 Millionen Euro gefördert. Aber wie immer im Leben, wird es nichts bringen, sich nur mit den Symptomen zu beschäftigen. Wir müssen auch an die Ursache, also die Klimakatastrophe, ran.“

„Die größte Herausforderung beim Wald ist eine ausreichende Wasserverfügbarkeit. Der Boden ist auf vielen Waldflächen noch immer in der Tiefe ausgetrocknet. Wenn kein oder nicht ausreichend pflanzenverfügbares Bodenwasser da ist, wird es keinen Wald mehr geben. Beim Wassermanagement muss sofort ein Paradigmenwechsel eingeleitet werden. Die jetzige Zielvorgabe der Unterhaltungsverbände, Wasser über Gräben aus dem Wald abzuleiten, muss umgedreht werden: Wasser muss im Wald gehalten werden.“

Ansprechpartnerin

Mathilde Lemesle
Mathilde Lemesle
Mathilde Lemesle
Referentin für Pressearbeit und politische Kommunikation
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