Elberadweg muss endlich Landesaufgabe werden

23.10.2020

 

Mehr als zehn Prozent des Elberadwegs haben deutliche oder schwerwiegende bauliche Mängel.  Das geht unter anderem aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der mobilitätspolitischen Sprecherin Cornelia Lüddemann der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen zur Situation und Zukunft des Elberadweges hervor. „Die Antwort der Landesregierung zeigt eindeutig: Nur Marketing fördern und Klein-Klein reichen nicht. Der überregionale Elberadweg muss endlich Landesaufgabe werden, sonst fällt unser Tourismusmagnet noch weiter zurück“, erklärt Lüddemann. Der Elberadweg hatte im letzten Jahr den Spitzenplatz als beliebtester Fernradweg Deutschlands nach 14 Jahren an den Weser-Radweg abgeben müssen.

„Die Landkreise sind offenbar mit der Instandhaltung überfordert. Sogar der Belag verändert sich, wenn eine Kreisgrenze überfahren wird. Hinzu kommt, dass weder die Streckenführung, noch die Beschilderung einheitlich sind. Trotzdem wird das Angebot der Investitionsbank zur Beratung und kostenlosen Bereitstellung von Ersatzschildern durch die Kommunen nicht ausreichend angenommen. Diese Mängel sind für Radtouristinnen und Radtouristen spürbar. Hier hätte Verkehrsminister Webel schon längst eine Änderung des Landesstraßengesetzes auf den Weg bringen müssen, um überregional bedeutsame Radwege in die Hoheit des Landes zu holen,“ so Lüddemann.

 „Auch Wirtschaftsminister Willingmann hat seine Hausaufgaben noch nicht gemacht, um unseren Leuchtturm im wachsenden Zukunftsmarkt des Radtourismus zu sichern. Eine Personalstelle bei der Investitionsbank im Auftrag des Landes für den Elberadweg ist viel zu wenig. Wenn ich jetzt lese, dass diese Stelle noch für zahlreiche andere touristische Highlights zuständig ist, dann bin ich echt baff. Eine weitere Projektstelle beim Magdeburger Tourismusverband Elbe-Börde-Heide ist mit Aufgaben derart überfrachtet, dass sie nur punktuell wirken kann.

Bedauerlich ist auch, dass es Verkehrs- und Wirtschaftsminister immer noch nicht geschafft haben, fundierte Datenerhebungen mit elektronischen Zählsystemen zu veranlassen, um Aufschluss über die tatsächliche Nutzung des Elberadwegs zu erhalten. Zudem braucht es endlich eine qualitative Untersuchung, um Daten zum konkreten wirtschaftlichen Nutzen des Elberadweges zu erhalten. Diese hatten wir bereits vor Jahren eingefordert,“ erklärt Lüddemann abschließend.

 

Vollständiger Text der Antwort auf die Kleine Anfrage
Anlage 1
Anlage 2

Ansprechpartnerin

Mathilde Lemesle
Mathilde Lemesle
Mathilde Lemesle
Referentin für Pressearbeit und politische Kommunikation
0391 560 4008