Rückkehr in den Schulbetrieb muss möglich sein

10.08.2020

 

„Um das Recht auf Bildung für die Kinder und Jugendlichen in der jetzigen Situation bestmöglich zu gewährleisten, muss es das Ziel sein, den Regelbetrieb durchgängig aufrecht zu erhalten. Hierzu bedarf es differenzierter, auf die jeweilige Schule zugeschnittene Konzepte und die Flexibilität aller Beteiligten“, so das Fazit von Wolfgang Aldag, bildungspolitischer Sprecher der bündnisgrünen Landtagsfraktion nach Auswertung der Stellungnahmen der Leopoldina, der Gesellschaft für Krankenhaushygiene sowie der Leipziger Corona Schulstudie.

„Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Unterricht muss unter Berücksichtigung der räumlichen Gegebenheiten und der Abstandsregelungen die Ausnahme bleiben. Nur wenn es nicht anders geht, ist dies ab der fünften Klasse in Verkehrswegen und Gemeinschaftsbereichen vorzuschreiben. Ministerin Grimm-Benne und Minister Tullner sind aufgefordert, entsprechende Szenarien vorzubereiten, die Schulschließungen unbedingt vermeiden helfen. Ich erwarte, dass bis Anfang nächster Woche für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, die Schulleitungen und die Eltern Klarheit herrscht und der Bildungsminister liefert“, so Aldag weiter.

Zusätzlich muss es möglich sein, dass im Fall der Fälle der Präsenzunterricht zumindest zeitweise in den digitalen Raum verlagert werden kann. Um die entsprechenden Konzepte zu erarbeiten, benötigen die Schulen die notwendige Infrastruktur. „Dazu müssen die Behörden unter Minister Tullner die Bildungseinrichtungen nach Kräften unterstützen, Serverkapazitäten schaffen und E-Learning-Angebote zusammenbinden. Risikogruppen in der Schülerinnen- und Schülerschaft und bei den Lehrkräften müssen individuelle Lösungswege erhalten, um Lernen zu ermöglichen und arbeiten zu können“, fordert Aldag.

„In dieser Situation können und müssen alle Beteiligten, von der Landesschulbehörde bis zum einzelnen Beteiligten in den Schulen, ihre Flexibilität beweisen, denn nur so können wir die Schulen als Bildungs- und Sozialraum in dieser besonderen  Zeit fit machen und Regelunterricht möglich machen“, erklärt Aldag abschließend.

 

Hintergrund: In etwas mehr als zwei Wochen wird der Regelbetrieb an Sachsen-Anhalts Schulen wiedereingesetzt. Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern benötigen einen durchdachten Plan, wie der Schulbetrieb in den kommenden Monaten mit Corona funktionieren kann. Dieser Plan soll Infektionen verhindern, aber auch auf Einzelfälle oder gar lokale Ausbrüche reagieren und gleichzeitig einen Schul- und Lehrbetrieb permanent gewährleisten. Dazu hat eine Arbeitsgruppe der Leopoldina und die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene mit zwei Stellungnahmen wertvolle Hinweise für die Vorbereitungsphase und Durchführung des Unterrichts an den Schulen im Land geliefert.

 

Ansprechpartnerin

Mathilde Lemesle
Mathilde Lemesle
Mathilde Lemesle
Referentin für Pressearbeit und politische Kommunikation
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