Quote für Amtsärzte im Medizinstudium einführen

21.07.2020
© Tom Wieden / Pixabay.com

Die Gesundheitsämter in Sachsen-Anhalt verfehlen derzeit die Vorgabe des Bundes, pro 20.000 Einwohnerinnen und Einwohner fünf Personen für die Nachverfolgung der Kontaktpersonen von Corona-Infizierten einzusetzen. Die Quote hierzulange liegt bei fünf Personen für 50.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Das geht aus einer Kleinen Anfrage von Cornelia Lüddemann, Vorsitzende der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, hervor. „Die schlechte Personalausstattung im Rahmen der Nachverfolgung ist Ausdruck einer generell prekären Lage der Gesundheitsämter.  Sie sind bisher das Stiefkind der Gesundheitsversorgung. Die Pandemie hat die Gesundheitsämter endlich in den Fokus gerückt und ihre Schwachstellen schonungslos offengelegt: Schlechte Bezahlung, unbesetzte Stellen, zu viele Aufgaben. Es braucht daher dringend eine grundlegende Reform der Gesundheitsämter. Bundesweit einheitliche Standards sind dabei notwendig“, sagt Lüddemann.

„Die Antworten der Kleinen Anfrage zeigen deutlich, dass die Gesundheitsämter zu wenig Personal haben. Wir wollen daher eine Quote bei der Vergabe von Medizinstudienplätzen für Gesundheitsämter, ähnlich der Landarztquote, einführen. Um die Amtsärzte zu entlasten, ist es angebracht, dass die nicht-ärztlichen Gesundheitsberufe, mehr Befugnisse bekommen. Hier brauchen wir dringend Diskussion auf Fachebene, welche Leistungen konkret delegiert werden können. Die Imagekampagne für den Öffentlichen Gesundheitsdienst, die von Seiten der Länder geplant ist, muss Sachsen-Anhalt auch finanziell unterstützen. Denn wir dürfen nichts unversucht lassen, Personal für die Gesundheitsämter zu gewinnen“, so Lüddemann.

Lüddemann sieht auch Handlungsbedarf bei der Modernisierung. „Wir müssen dringend die Digitalisierung vorantreiben. Die Zahlen von Corona-Infizierten wurden teilweise per Fax oder persönlich weitergereicht. Dabei ist ein schneller Informationsfluss eine Schlüsselstelle während einer Pandemie. Die Kommunikationswege müssen deshalb mit digitaler Technik vereinfacht werden.“

Ansprechpartnerin

Mathilde Lemesle
Mathilde Lemesle
Mathilde Lemesle
Referentin für Pressearbeit und politische Kommunikation
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