Bauordnung wird geändert: Städte werden grüner, Häuser natürlicher

07.05.2020
©Eneida Nieves/pexels.com

Die Bauordnung des Landes Sachsen-Anhalt wird geändert. Der Gesetzentwurf dazu wurde heute in der Landtagssitzung eingebracht. „Mit dieser Novelle wird Sachsen-Anhalt ein gutes Stück ökologischer. Der Gesetzentwurf stärkt das Bauen mit ökologischen Baustoffen, indem Hemmnisse für den Baustoff Holz abgebaut werden. Auch mehrstöckige Gebäude können dann mit Holz gebaut werden“, erklärt Cornelia Lüddemann, Vorsitzende der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen.

„Das Bauen mit Holz ist ein aktiver Beitrag sowohl zum Klimaschutz als auch zur Wohngesundheit. Laut Rechnung der Landesenergieagentur setzt der Bau eines normalen Einfamilienhauses etwa 75 Tonnen CO2 frei. Ein entsprechendes Holzhaus dagegen bindet 15 Tonnen CO2“, erklärt Lüddemann. Außerdem wird die Begrünung der Städte vorangebracht. „Die Versiegelung von nicht bebauten Flächen eines Grundstücks können die Kommunen in ihrer Satzung verbieten. Damit sollen die sogenannten Gärten des Grauen, wo nur Beton, Steine und Schotter vorkommen, verhindert werden. Auch Dach- und Fassadenbegrünung, die die Temperatur von Gebäuden insbesondere bei Hitze gut regulieren können, können von den Kommunen verpflichtend gemacht werden“, so Lüddemann.

Und auch sozialer wird unsere Bauordnung. Für die Barrierefreiheit werden die Standards angehoben. „Das gilt für Einrichtungen, wo sich hauptsächlich Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen aufhalten, sowie für neugebaute Kitas und Schulen. Eine inklusive Gesellschaft wird auf Jahre verhindert, wenn wir heute Gebäude für morgen mit Barrieren errichten. Dann werden Behinderungen auf Dauer in Zement gegossen. Das darf es einfach nicht mehr geben.“

Zudem wird in der neuen Bauordnung das lokale Handwerk gestärkt. „Einschlägige Berufe dürfen nun eigenständig die Bauvorlage für kleinere Gebäude verantworten. Sie sind für die so genannte Kleine Bauvorlage berechtigt. Das ist ein Vorschlag, für den sich unsere Fraktion sehr engagiert hat“, so Lüddemann.
 

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Mathilde Lemesle
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