Sommersemester als „Null-Semester“ wegen Corona-Krise anrechnen

25.03.2020

Um Studierende zu entlasten, schlägt die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vor, das kommende Semester zum „Null-Semester“ zu machen. „Das Semester wird mindestens drei Wochen später als geplant anfangen. Neben der verkürzten Zeit für die Prüfungen haben viele Studierende derzeit Sorgen, wie sie ihr Studium weiter finanzieren können. Daher schlagen wir vor, dass das kommende Sommersemester in Sachsen-Anhalt nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet wird“, sagt Olaf Meister, hochschulpolitischer Sprecher der bündnisgrünen Landtagsfraktion.

„Für die Studierenden, die BAföG beziehen, würde sich das Semester dann nicht auf die Bezugsdauer auswirken. Die Sorge und der Druck, trotz verkürzter Semester alle Leistungen erbringen zu müssen, um weiterhin BAföG zu bekommen, würden damit entfallen“, erklärt Meister.

Für Studierende, die derzeit ihrem Nebenjob nicht mehr nachgehen können, weil beispielsweise die Kneipen und Bars geschlossen haben, greift das Kurzarbeitergeld nicht. „Viele stehen mit leeren Händen da. Das trifft besonders hart, wenn auch die Eltern durch die Corona-Pandemie finanzielle Einbußen erleben und nicht aushelfen können. Daher fordern wir die Bundesregierung auf, dass Studierende in finanzieller Notsituation unbürokratisch BAföG beantragen können. Außerdem sollte die Bundesregierung ermöglichen, dass Studierende zeitlich begrenzten Zugang zu Leistungen der Grundsicherung nach SGB II bekommen könnten.“

„Ein wichtiges Zeichen sollte auch sein, die Freibeträge für das BAföG zu erhöhen. Denn Studierende und Auszubildende, die sich in systemrelevanten Einrichtungen und Bereichen wie dem Gesundheitssystem, dem Rettungswesen oder auch der Landwirtschaft engagieren und BAföG beziehen, sollten für ihre Unterstützung die nötige Wertschätzung bekommen“, so Meister abschließend.
 

Ansprechpartnerin

Mathilde Lemesle
Mathilde Lemesle
Mathilde Lemesle
Referentin für Pressearbeit und politische Kommunikation
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