„Gute Ausbildung ist beste Armutsprävention“

13.01.2016

Zur aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung zur Kinderarmut stellt die sozialpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Cornelia Lüddemann, fest:

 

„Es gehört leider schon zum Alltag in Sachsen-Anhalt: In Sachen Kinderarmut ist Sachsen-Anhalt unter den Flächenländern ,Spitzenreiter‘. Gerade Ein-Eltern-Familien sind überdurchschnittlich oft von Armut betroffen.

 

Um der Armut in Ein-Eltern-Familien von Beginn an vorzubeugen, braucht es eine Ausweitung der Möglichkeit der Teilzeitausbildung. Zwar gibt es diese Möglichkeit bundesweit durch das Berufsbildungsgesetz, aber in Sachsen-Anhalt wird dies in der Dualen Ausbildung so gut wie nicht genutzt. Nach den Angaben der Landesregierung haben seit 2005 nur knapp 90 Azubis von der Möglichkeit zur Teilzeitausbildung Gebrauch machen können. Im Bereich der Vollschulischen Ausbildung, also etwa zur Erzieherinnen oder zum Erzieher oder in der Chemietechnik, gab es aber alleine im Schuljahr 2014/15 über 1000 Teilzeit-Schülerinnen und -Schüler. Der Bedarf ist also da, nur anscheinend wird dieser in der Dualen Ausbildung nicht abgedeckt. Gerade Alleinerziehende sind aber auf flexible Ausbildungszeiten angewiesen. Auch für junge Menschen mit Beeinträchtigungen kann eine Teilzeitausbildung der Weg in eine reguläre Ausbildung sein.

 

Neben vielen weiteren, nötigen Maßnahmen wie der Sonderförderung von Kitas in ,Problemvierteln‘ oder einer Kindergrundsicherung, ist die Stärkung der Teilzeitausbildung ein Weg zur Armutsprävention und damit Teil bündnisgrüner Arbeitszeitpolitik.“

copyright: Julian Rokitta / pixelio.de

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