Statements der bildungspolitischen Sprecherin der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Dr. Claudia Dalbert, im Rahmen der Debatte zu einem verbindlichen Berufs- und Studienorientierungskonzept:

 

„Der geringere Anteil von Abiturienten und Abiturientinnen, der sich um einen Ausbildungsplatz bemüht, kann als ein Hinweis darauf gewertet werden, dass die Schülerinnen und Schüler in den Gymnasien nur unzureichend auf den Übergang in die berufliche Ausbildung und die Berufswelt vorbereitet werden. Aber auch was die Studienorientierung angeht, fehlt es in den Gymnasien des Landes an systematischen und verbindlichen Angeboten. In Sachsen-Anhalt wird mehr als jedes drittes Studium abgebrochen.“

 

„Es ist unsere Aufgabe als Staat, junge Menschen zu dem bestmöglichen Schulabschluss zu bringen und ihnen mit einer exzellenten Berufs- und Studienorientierung eine individuell passgenaue Berufswahlentscheidung zu ermöglichen. Nur so stehen ihnen alle Optionen offen. Wer in der Lage ist, das Abitur zu machen, sollte jede Chance und Förderung haben, dies zu tun. Danach kann der junge Mensch sich entscheiden: Studium, Berufsausbildung oder eine Kombination aus beidem. Deswegen halten wir eine schlichte Unterteilung in ‚Abitur oder berufliche Bildung‘ für falsch.“

 

„Und wie sieht die Realität aus? Ermöglichen wir allen jungen Menschen, die dazu in der Lage sind, das Abitur? Die Zahlen legen nahe: Hiervon sind wir in Sachsen-Anhalt noch weit entfernt. Der Chancenspiegel der Bertelsmann Stiftung zeigt: Beim Abitur sind wir in Sachsen-Anhalt das Schlusslicht. Wir wiesen 2011 mit 36,8 Prozent die geringste Quote an Abiturienten und Abiturientinnen auf. Der Bundesdurchschnitt betrug im gleichen Zeitraum mehr als 51 Prozent.“

 

„Wir haben also noch viel vor uns, damit auch hier jeder zweite junge Mensch das Abitur macht. Denn nur das ist gerecht. Bildungsgerechtigkeit ist eben auch soziale Gerechtigkeit. Eine exzellente Ausbildung bietet die größten Chancen für ein Leben in Wohlstand, für eine Teilhabe an der Gesellschaft und für Verantwortung gegenüber sich selbst und anderen.“

„Mit unserem Antrag und der verbindlichen Verankerung soll der Übergang in die berufliche Ausbildung und das universitäre Studium verbessert werden. Hierfür soll die Landesregierung ein Konzept entwickeln, mit dem die Schülerinnen und Schüler bei ihrer Berufsorientierung und beim Übergang ins Studium und in die Berufswelt unterstützt werden.“

 

Weitere Informationen:

Den Antrag „Berufs- und Studienorientierung im Gymnasium verbindlich verankern“ finden Sie hier.

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