Statements des migrations- und flüchtlingspolitischen Sprechers der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Sören Herbst, im Rahmen der Debatte zum bündnisgrünen Antrag „Optionszwang vollständig abschaffen“:


„Die Landesregierung ist aufgerufen, ihre Blockadehaltung beim Optionszwang aufzugeben. Sie muss sich die Frage gefallen lassen, wie ernst sie es mit einer Willkommensgesellschaft meint.“

 

„Deutschland braucht einen Paradigmenwechsel in der Einwanderungspolitik. Wir müssen die Biografien und Potentiale von Menschen mit Migrationsgeschichte nicht nur tolerieren, sondern sie anerkennen und wertschätzen. Ihnen muss ermöglicht werden, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden und somit ihre Zukunft in Deutschland erfolgreich zu gestalten. Dazu gehört auch eine Reform des Staatsangehörigkeitsrechts, das Kinder und Jugendliche aus Familien mit Migrationsgeschichte ungerecht behandelt und bevormundet.“

 

„Seit dem Jahr 2000 erhalten in Deutschland geborene Kinder von Ausländern mit unbefristetem Aufenthaltsstatus neben der Staatsangehörigkeit der Eltern automatisch auch die deutsche Staatsbürgerschaft. Nach dem Optionsmodell müssen sich die jungen Menschen dann im Alter zwischen 18 und 23 Jahren für den deutschen oder den ausländischen Pass entscheiden. Das ist unnötig und ungerecht.“

 

„Die Entscheidung fällt in einer Lebensphase, in der die Menschen mit der Ausbildung oder der beruflichen Orientierung beschäftigt sind. Statt sich auf diese wichtigen Aufgaben konzentrieren zu können, werden sie plötzlich mit der Aufgabe konfrontiert, ihre Identifizierung mit der einen und der anderen Nationalität gegeneinander abzuwägen und eine folgenreiche Entscheidung zu treffen.“

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Pressesprecher