Bei den Bürgermedien darf nicht gespart werden

MAGDEBURG/UM - "Das geht an die Substanz!" So kritisiert der medienpolitische Sprecher der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Sören Herbst, den Haushalts-Entwurf der Medienanstalt Sachsen-Anhalt (MSA). "Insbesondere die Leuchtturmprojekte der Bürgermedien und Medienbildung treffen die Kürzungen hart."

 

Am 6. Dezember will die MSA ihren Haushalt beraten und beschließen. Der Rotstift sieht beispielsweise beim Offenen Kanal Magdeburg fast 50.000 Euro vor. "Das ist fast ein Viertel des Gesamtbudgets und damit noch einmal wesentlich mehr, als die vor Wochen bekannt gewordenen rund 40.000 Euro", rechnet Herbst vor. Würden die Kürzungen so beschlossen, müssten sich beim Offenen Kanal Magdeburg vier Arbeitskräfte 2,5 Stellen teilen, eine langjährige Mitarbeiterin müsste entlassen werden, berichtet der bündnisgrüne Politiker. Außerdem würden die Kürzungen den Verzicht auf Ausbildung und die Einschränkung von Möglichkeiten eines Freiwilligen Sozialen Jahres Kultur für junge Menschen bedeuten.

 

Herbst: "Freie Bürgermedien schreiben in Sachsen-Anhalt eine Erfolgsgeschichte und vermittelten erfolgreich Medienkompetenzen. Sie stützen durch ihre Berichterstattung die lokale Demokratie. Es ist nicht nachvollziehbar, wieso diese gute Entwicklung nun aufs Spiel gesetzt werden soll." Die Notwendigkeit für die drastischen Einsparungen sei nicht ersichtlich, würden doch die Einnahmen der MSA durch die neue Berechnungsart der Rundfunkgebühren (Stichwort: Haushaltsbeiträge) in den nächsten Jahren eher steigen, als sinken und der Landeshaushalt ist nicht betroffen. "Die Mitglieder der Versammlung, die im Dezember über den Haushalt entscheiden, sollten sich fragen, ob sie wirklich als diejenigen in die Geschichte eingehen wollen, die Bürgermedien zusammenstreichen", warnt Herbst.

Bürgermedien

Bildquelle © StandardDani (Photocase.com)

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