„Schwimmunterricht wird an Sachsen-Anhalts Grundschulen immer schwerer“, meint die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). „Schwimmunterricht ist ein unverzichtbares Element im Erziehungsprozess der Kinder“, sagt die Landesregierung.  Diese beiden Pole ein und desselben Themas spiegeln die Antwort auf eine Kleine Anfrage der bildungspolitischen Sprecherin der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Dr. Claudia Dalbert, wider.

 

„Die Landesregierung erkennt zwar die immense des Schwimmunterrichts an. Leider bleibt dies jedoch der einzige Lichtblick in der Antwort der Landesregierung“, urteilt die bündnisgrüne Politikerin Dalbert. Insgesamt findet der Schwimmunterricht unter immer schwierigen Bedingungen statt. So kann in einem Einzelfall derzeit überhaupt kein Schwimmunterricht erteilt werden und in anderen Regionen gibt es Probleme, den Schwimmunterricht zu organisieren. „Als Gründe dafür nennt die Landesregierung die Beförderungszeiten, die Kostenübernahme durch die Schulträger und den Zeitaufwand – hier muss die Landesregierung handeln“, fordert Dalbert.

 

„Erstaunt hat mich, dass die Landesregierung keine aktuellen Angaben über die Entwicklung der Schwimmbäder machen kann. Einzig die Zahl für das Jahr 2000 fand ich in den Antworten. Demnach gab es im Juli 2000 in Sachsen-Anhalt 251 Hallen- und Freibäder“, berichtet Dalbert. Nach Schätzungen des Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) schlossen allerdings seit 1990 etwa 100 Schwimmhallen und -bäder.

 

 „Wir haben beim Schwimmunterricht eine dramatische Entwicklung. Es gibt immer weniger und der ist immer schlechter.“

Peter Ahrens, ausgebildeter Schwimmmeister, Sachsen-Anhalt

 

Hintergrund:

Im Vergleich der Schuljahre 2008/2009 und 2012/2013 sank in Sachsen-Anhalt die Zahl der Sportlehrerinnen und Sportlehrer von 2960 um 301 auf 2659.

Im Vergleich der Schuljahre 2008/2009 und 2011/2012 sank der Schwimmunterricht in Sachsen-Anhalt von 1249 Stunden um 92 Unterrichtsstunden auf 1157 Stunden.

 

Dalbert: „Bei solch einem besorgniserregenden Abwärtstrend müssen wir uns nicht wundern, wenn nur wenige Grundschülerinnen und Grundschüler schwimmen können. Nur rund 76 Prozent  der Schülerinnen und Schüler erfüllen die Voraussetzungen für die Kategorie ,Seepferdchen plus 100 m‘ und nur 64 Prozent die für die Kategorie des Jugendschwimmabzeichens Gold, Silber oder Bronze.“

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