Was ist das Klima- und Energiekonzept?

Das Klima- und Energiekonzept (KEK) ist der Maßnahmenkatalog der gesamten Landesregierung, um CO2 einzusparen. Es wurde unter der Federführung des grün geführten Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft und Energie (MULE) erarbeitet und am 19. Februar 2019 im Kabinett beschlossen.


Wie ist es entstanden?

Das KEK beruht auf dem Klimaschutz-Ziel des Koalitionsvertrages. Auf Betreiben von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wurde darin verankert, dass bis 2020 maximal nur noch 31,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr in Sachsen-Anhalt ausgestoßen werden dürfen. Dieses Ziel können wir nur erreichen, wenn das Klima- und Energiekonzept greift. Die Umsetzung der Maßnahmen des KEK muss also schnell und konsequent erfolgen.


Das KEK wurde innerhalb eines Jahres unter umfassender Einbindung von Verbänden, Kammern, Hochschulen, kommunalen Spitzenverbänden und interessierter Öffentlichkeit erarbeitet. Auch der Landtag wurde umfassend eingebunden. Es stand in folgenden Ausschüssen auf der Tagesordnung:

  • Ausschuss für Umwelt und Energie (16. Mai 2018 und 16. Januar 2019)
  • Ausschuss für Inneres und Sport (16. August 2018)
  • Ausschuss für Finanzen (12. September 2018)
  • Ausschuss für Landesentwicklung und Verkehr (13. September und 18. Oktober 2018)
     

Was steht drin?

Mit dem KEK sollen bis 2020 jährlich mindestens 1,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente gespart werden. Im KEK werden konkrete Maßnahmen genannt in verschiedenen Kategorien:

  • Energiewirtschaft
  • Gebäude
  • Verkehr
  • Industrie und Wirtschaft
  • Landwirtschaft, Landnutzung, Forstwirtschaft und Ernährung


Zahlreiche Maßnahmen haben einen doppelten Vorteil, da sie neben dem Klima auch den Geldbeutel schonen. Die Maßnahmen mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis sind in den einzelnen Kategorien:

  • der Ausbau von Photovoltaik auf Freiflächen
  • die Photovoltaik auf Dachflächen
  • die Elektromobilität für Pkw und Nutzfahrzeuge
  • die Steigerung der Nutzung industrieller und gewerblicher Abwärme
  • die Sicherung produktiver und klimastabiler Wälder.

Weitere Beispiele sind weiter unten im Text ausgeführt.  

 

Was kann jede*r Bürger*in vor Ort tun, um das KEK zu unterstützen?

Klimaschutz findet nicht auf dem Papier statt, sondern direkt vor Ort. Deshalb muss das KEK in den kommunalen Parlamenten und Verwaltungen präsent sein und Veränderungen auslösen. So kann Klimaschutz in der Praxis aussehen:

  • Öffentliche Gebäude, wie Ämter, Schulen und Vereinsheime, verbessern ihr Energiemanagement. Dazu gehört, LED-Lampen zu nutzen und die Heizung automatisch herunterzufahren, wenn niemand da ist. Das schont Klima und spart Geld. Dieses Thema kann bei vor-Ort-Besuchen direkt angesprochen werden.
  • In den Kantinen an Schulen und Verwaltung gibt es mehr regionale Produkte. Das bedeutet kürzere Transportwege und damit weniger Emissionen. Außerdem wird die regionale Wirtschaft gestärkt.
  • Jede Kommune investiert mindestens 8 Euro pro Einwohner*in und Jahr aus dem Haushalt für Radverkehr. Dazu gehören mehr und bessere Radwege sowie Abstellanlagen. Die Kommunen beteiligen sich aktiv an der AG Fahrradfreundliche Kommunen (AGFK).

 

Beispiele aus dem KEK

Hier einige Beispiele von Maßnahmen aus dem KEK mit kurzer Beschreibung.
 

Photovoltaik auf Dächern (Mieterstrom für Sachsen-Anhalt)

Hierfür wird es eine Förderrichtlinie des MULE geben. Sie hat zum Ziel, mehr Photovoltaik-Anlagen auf die Dächer in Sachsen-Anhalt zu bringen und auch Mieterstromprojekte umzusetzen. Durch eine Informationskampagne des Landes, die sich an alle Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümer richtet, soll der Ausbau von Photovoltaik auf Wohn- und Gewerbegebäuden gesteigert werden. Erneuerbare Energie, wie Solarenergie, stößt weniger CO2 aus.

 

 

Energetische Gebäudesanierung

Der Gebäudebereich (Wohn- und Nichtwohngebäude) ist weiterhin für 30 Prozent der Treibhausgasemissionen und für 35 Prozent des Primärenergieverbrauchs verantwortlich. Die finanziellen Anreize für die energetische Gebäudesanierung sollen im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel weiter gewährt und erhöht werden. Dafür sollen die Förderprogramme optimiert und die Beratungen an die jeweiligen Zielgruppen intensiviert werden.

 

Förderung des Radverkehrs

Der Anteil des Fahrradverkehrs am Modal-Split soll flächenhaft ansteigen, insbesondere Nutzerinnen und Nutzer von Pkw sollen motiviert werden, zum Fahrrad oder E-Bike zu wechseln. Der Radverkehrsplan wird mit diesem Schwerpunkt überarbeitet. Außerdem sollen Radschnellwege sowie diebstahlsichere und wettergeschützte Abstellanlagen gebaut werden.

 

 

Verschwendung von Lebensmitteln reduzieren

Zu viele Lebensmittel werden weggeworfen. Statistisch gesehen wirft jede*r Sachsen-Anhalter*in 58 Kilogramm Lebensmittel im Haushalt weg. Die Studie zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen im Auftrag des Landes hat festgestellt, dass rund die Hälfte der Lebensmittel nicht im Müll landen müssen. Dafür sollen Informationskampagnen in den Schulen stattfinden, um die Wertschätzung für die Nahrungsmittel zu steigern. Außerdem sollen Empfehlungen an die kommunalen Schul- und Kita-Träger sowie Kantinen und Großküchen herausgegeben und über die bestehenden Food-Sharing-Initiativen informiert werden.

 

 

Weiterführende Links:

Klima- und Energiekonzept (PDF)

Landesenergieagentur (Homepage)

 

 

Stand: 10.04.2019

 

 


Ihr Abgeordneter

Wolfgang Aldag
Wolfgang Aldag
Sprecher für Klima-, Natur- und Umweltschutz, Bildung sowie Kultur

0391 560 4023
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