Onlinetalk zu Bildung in Pandemiezeiten


Wie wirkt sich die Coronapandemie auf den Schulunterricht aus? Dieser Frage sind unsere Fraktionsvorsitzende Cornelia Lüddemann und bildungspolitischer Sprecher Wolfgang Aldag mit Schülerinnen und Schüler, Lehrkräften sowie Eltern in einem Onlinetalk am 18. Januar 2021 nachgegangen.

Der digitale Austausch fand vor dem Hintergrund der Ankündigung, dass der Distanzunterricht verlängert wurde, statt. Daher erhielt Aldags Vorschlag breite Zustimmung unter den Teilnehmenden, neben ad hoc Maßnahmen auch mittel- und langfristige Konzepte für mehr Planungssicherheit vorzulegen. „Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern brauchen jetzt Verlässlichkeit. Das Bildungsministerium muss endlich ein langfristiges Konzept vorlegen, dass sich nach den Empfehlungen des RKI richtet. Da sich der Wechselunterricht in der Vergangenheit für alle Beteiligten als geeignete Schulform in der Pandemie herausgestellt hat, fordere ich die Festlegung auf Wechselunterricht bis mindestens zu den Osterferien, sobald das die Infektionslage wieder zulässt. Wechselunterricht stellt sicher, dass auch Kinder, die daheim kein eigenes digitales Endgerät, keine gute Internetanbindung oder keinen ruhigen Arbeitsbereich haben, nicht abgehängt werden“, erklärte Aldag.  

Die Runde diskutierte auch über den Umgang mit den diesjährigen Abschlussprüfungen. Die Teilnehmenden waren sich einig darüber, dass die Abschlussklassen früh genug über den Modus ihrer Abschlussprüfungen und über ausgeschlossene Themenfelder informiert werden müssen. Auch kommt die Reduzierung der Anzahl von Prüfungen in Betracht. Der Jahrgang sei aber keine verlorene Generation. Anstelle von Zukunftsängsten sollten sie mit Mut und Zuversicht in die Berufswelt entlassen werden. Die diesjährigen Absolventinnen und Absolventen konnten bereits viele Wochen in Präsenz unterrichtet werden und haben daher nach Ansicht aller Teilnehmenden das Rüstzeug für einen gleichwertigen Abschluss. Hierfür machte sich insbesondere der Landesschülerrat sehr stark.

Cornelia Lüddemann freute sich über den produktiven Austausch. „Auch das Bildungsministerium sollte die Expertise und die Erfahrung vor Ort nutzen und Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern in ihre Entscheidungsprozesse mit einbinden. Uns wurde heute leider eher Gegenteiliges berichtet. Briefe und Vorschläge sind unbeantwortet geblieben, die Schulleiterinnen und Schulleiter fühlen sich allein gelassen. Wir als Fraktion dagegen werden diese Zusammenarbeit gerne wiederholen“, kündigte Lüddemann an. „Wir müssen allen Beteiligten mehr zutrauen und im mittelfristigen Konzept auch mehr Raum für individuelle Lösungen schaffen. Die Ausgestaltung von Wechselunterricht hängt sehr von den schulspezifischen technischen und personellen Möglichkeiten ab“, fasst Lüddemann abschließend zusammen.