Coworking Space und Dorfbüro - Bericht zum Webinar



 

Coworking-Spaces und Dorfbüros gelten als wichtiges Element der Zukunft des digitalen Arbeitens. Doch wie gestaltet sich die Umsetzung, insbesondere auf dem flachen Land wie in Sachsen-Anhalt? Dieser Frage wurde im Webinar der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN am 29. Oktober 2020 nachgegangen.

Coworking-Experte Tobias Kremkau ist Head of Coworking des St. Oberholz in Berlin, gebürtiger Sachsen-Anhalter und beschäftigt sich seit vier Jahren mit Coworking in Sachsen-Anhalt. Seine Feststellung dabei: Das Bundesland hinkt noch relativ weit hinterher. In Sachsen-Anhalt gibt es gerade einmal 15 Coworking-Spaces.

Deutschlandweit gibt es insgesamt etwa 800 bis 1000 Coworking-Spaces. Die Szene ist bereits 15 Jahre alt, aber erst in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Die Corona-Krise hat diese Entwicklung sogar vorangebracht.

Magdeburg und Halle sind als Großstädte Vorreiter hierzulande. Doch Sachsen-Anhalt steht vor der Herausforderung, im ländlichen Raum neue Perspektiven zu eröffnen. Neue innovative Ideen sind dabei gefragt, müssen ausprobiert und durchgesetzt werden. Coworking-Spaces können zum Beispiel auch als Veranstaltungsort dienen, ein Café oder eine Bibliothek in ihrem Konzept integrieren. So wird mehr Leben in den Dörfern ermöglicht. Das „Gleis 5“ in Bitterfeld-Wolfen zeigt, dass solche Konzepte auch abseits der Großstädte funktionieren können. Dieses Projekt kann ein Vorbild und Mutmacher für Projekte in den ländlichen Regionen sein. 

Im weiteren Verlauf des Webinars wurde darüber diskutiert, wie ein Coworking-Space eingerichtet werden kann, bis hin zu Praxisfragen, welche Gesellschaftsform sich dafür anbietet. Kremkau erklärte, dass die möglichen Gesellschaftsformen dafür fast genauso vielfältig sind, wie Coworking-Spaces selbst. Die GmbH ist die häufigste Form, aber es gibt auch Genossenschaften. Als gutes Beispiel hob Kremkau ein paar Gemeinden, wie die nordrhein-westfälische Stadt Olpe und Traunstein in Bayern, hervor. Olaf Meister, finanzpolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion, kündigte an, das Thema der Förderung weiter verfolgen zu wollen, um Lösungen für Sachsen-Anhalt zu finden. 

Wer jetzt selbst neugierig geworden ist, findet bei Tobias Kremkau und der German Coworking Federation [https://www.coworking-germany.org/] Informationen darüber, wie ein Co-Working-Space aufgebaut werden kann.
 


Olaf Meister
Olaf Meister
Sprecher für Wirtschaft, Finanzen, Kommunales, Wissenschaft sowie Tourismus

0391 560 4017
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